14.10.: Inselausflüge, Proviantplanung und Hochzeitstag
Inzwischen haben wir unseren ersten Hochzeitstag, die Proviantplanung für die beiden Etappen der ARC+ weitgehend abgeschlossen und haben zwei schöne Landausflüge hinter uns. Noch gute drei Wochen bis zum Start der Atlantic Rally for Cruiser...
11.10.: Erster Landausflug für mich
Nach fünf Wochen in Las Palmas habe ich gestern zum ersten Mal die Altstadt von Las Palmas gesehen. Mit Ausnahme der definitiven Einkaufsliste für den Proviant-Großeinkauf und den erst an Land durchführbaren Arbeiten am Boot ist jetzt alles klar für das ARC+ Abenteuer.
08.10.: Das Alleinsein hat ein Ende - Nici ist zurück an Bord
Seit gestern ist Nici zurück auf der NYALA, was uns beide froh macht. Vier Wochen ohne sie waren schon ziemlich komisch. Dank der deutschen Community hier in der Marina und einer Menge Arbeit habe ich mich aber nicht gelangweilt. Nach dem ich meine Frau gestern am Flughafen abgeholt habe, haben wir heute schon richtig was geschafft...
04.10.: Kulinarisches Highlight Currydelle, Pommes Schranke!
Die letzten drei Tage waren eher unspektakulär. Heute gab es ein kleines kulinarisches Highlight, was einer wohl bekannten Pommesbude in Bochum ernshafte Konkurrenz machen konnte.
Noch drei Tage, bis Nici kommt. Ick freu mir sehr!
Kiki
01.10.: Langsam geht mir die Arbeit aus...
Inzwischen sind alle Arbeiten, die sich sinnvoll im Wasser und allein ausführen lassen, erledigt. Für ein paar weitere Service-Maßnahmen möchte ich das Boot kurz vor dem ARC-Start aus dem Wasser nehmen, wofür ich jetzt das (happige) Angebot erhalten habe. Hilft ja nichts...
Gestern hatten wir eine sehr schöne Geburtstagsparty eines neuen Freundes in einer nettem Kneipe, die für einen der Teilnehmer beinahe im Desaster geendet wäre. Zum Glück hatte der Betroffene einen guten Schutzengel.
Noch sechs Tage bis zur Rückkehr meiner Frau, ich freue mich drauf....
Liebe Grüße
Kiki
26.09.: Gangway und Hurrikan-Strategien
Nach dem Lesen eines Artikels über einen Unfall beim An Land-Gehen ohne ordentliche Gangway habe ich uns eine aufblasbare, multifunktional einsetzbare Gangway gegönnt. Am Nachmittag gab es dann ein interessantes Gespräch mit einem neuen deutschen Stegnachbarn, der erzählte, dass er laut unserem gemeinsamen Yachtversicherer Pantaenius erst im Dezember über den Atlantik in die Karibik starten darf.
Das stellte sich jedoch als Irrtum heraus. Pantaenius hat gestern nochmal klargestellt, das wir im Prinzip jederzeit über den Atlantik dürfen, die als Folge von tropischen Stürmen resultierenden Schäden jedoch nicht von der Kasko-Versicherung gedeckt sind.
Deshalb habe ich mich heute mal intensiver mit dem Themenkreis Tropenstürme, Vorhersagequellen und Risikovermeidung bzw. nur Risikominimierung beschäftigt. Ein wirklich spannendes Thema, dem ich mich bisher noch nicht gewidmet hatte, weil ich ja Wettervorhersagen bekomme...
24.09.: Schöne Bordparty, aber schlechte Nachrichten für die ARC+
Am Mittwoch hatte ich eine wirklich schöne Bordparty mit den Leuten vom deutschsprachigen Seglerstammtisch auf der NYALA. Leider sieht es so aus, als wenn Sven wegen akuter Probleme in seiner Werft nicht bei der ARC+ mitfahren kann. Drückt uns eie Daumen, wir hätten ihn so gerne an Bord und werden ihm den Platz bis zur letzten Minute freihalten.
22.09.: Work goes on
Auch in den letzten Tagen gab es einiges an Bord zu tun. Vom Anfertigen von Dyneema-Loops über Lackierarbeiten bis zum Unterwasseinsatz war fast alles dabei. Aber lest selbst...
Ich würde mich übrigens sehr über ein wenig Feedback zu den Reiseberichten freuen, das Ihr mir gern über das Gästebuch oder auch per Mail oder WhatsApp zukommen lassen könnt. Vielleicht kann ich die Berichte damit noch etwas interessanter für Euch machen.
Im Voraus vielen Dank,
Kiki
17.09.: Ein steifer Nacken legt mich fast zwei Tage auf Eis..
Zu viel vor dem Computer sitzen hat meiner Halswirbelsäule schon vort vielen Jahren übel zugesetzt. Gleich zwei operierte Bandscheibenvorfälle hatte ich da schon. Vorgestern war der Nacken mal wieder bocksteif, zum Glück geht es - dank zweimal Tageshöchstdosis Dicolofenac jetzt wieder einigermaßen.
Die anstehenden Arbeiten und Modifikationen am Boot sind auf einem guten Weg und werden auf jeden Fall weitgehend vor Nici's Rückkehr abgeschlossen sein. Jeden Tag geht es ein Stückchen weiter und ich werde allmählich gelassener.
Morgen geht es mit Stegnachbar Miro mit seinem Leihwagen nach Telde, ein gutes Stück südlich von Las Palmas. Dort will ich versuchen eine 10 kg-Kohlensäureflasche zum Selbstnachfüllen unserer Sodastream-Zylinder zu bekommen und im Baumarkt noch eine Gripzange kaufen.
Liebe Grüße
Kiki
13.09.: Kühlschrank läuft vorerst wieder und viel Vorbereitungsarbeit für die ARC+
Eine Woche nach unserer Ankunft läuft der Pantry-Kühlschrank (vorerst) wieder auf Hochtouren. Ansconsten habe ich in den letzten vier Tagen viel Zeit auf die weitere Vorbereitung der ARC verwendet. Das meiste davon waren "Updates" der diversen sicherheitsrelevanten Listen und der Test meiner Sicherheitsausrüstung, die mir beinahe Bekannschaft mit der Hafenpolizei gebracht hätte...
10.09.: Allein an Bord mit langer ToDo-Liste
Leider war es unmöglich in den nächsten Wochen irgendwo auf Gran Canaria oder Teneriffa Liegeplätze zu bekommen. Auf insgesamt acht Anfragen in einigermaßen schönen und sicheren Häfen auf den beiden Inseln (für jeweils zwei bis vier Nächte in genau festgelegten Zeitfenstern habe ich nur Absagen bekommen.
Die näher kommende ARC und die ARC+ werfen ihren Schatten voraus, in Las Palmas müssen bis zum 16. September etwa 230 Liegeplätze für die Rallyteilnehmer geräumt werden, was den Liegeplatzinhabern natürlich nicht gefällt. Diese müssen nun auf andere Marinas und sogar andere Inseln ausweichen. Dementsprechend verschärft sich die Liegeplatzsituation im Umkreis.
Sichere Ankerplätze sind - wegen der steil abfallenden Ufer der Inseln - ebenfalls Mangelware. Die wenigen Buchten sind schon jetzt überfüllt. Deshalb mussten wir unseren Plan, der eigentlich vorsah in den nächsten sechs Wochen gemütlich eine Kanareninsel nach der anderen zu besuchen, komplett begraben. Immerhin ist es uns gelungen für einen wirklich sehr günstigen Kurs (weniger als zehn Euro pro Tag inkl. Strom und Wasser) unseren Liegeplatz in der Marina Las Palmas bis zum Start der ARC+ zu behalten.
Auf der einen Seite bin ich ziemlich traurig darüber, dass aus dem Kanarentörn nichts wird, auf der anderen Seite gibt mir das die Möglichkeit, die "NYALA" in aller Ruhe auf die ARC+ vorzubereiten. Nici hat die Chance genutzt, um für vier Wochen nach Hause zu fliegen, wo einer ihrer Söhne gut ein wenig Support gebrauchen kann. Der Heimflug hat aber - wie mancher vielleicht denken mag - NICHTS mit unserer Auseinandersetzung vor ein paar Tagen zu tun. Zwischen uns ist alles wieder gut.
Ich habe gestern den Komfort an Bord durch die Anschaffung einer mobilen Klimaanlage verbessert, die die Temperatur und auch die Luftfeuchtigkeit unter Deck sehr deutlich senkt.
Heute sind die Kühlschranktechniker wieder am Werk und suchen das Leck im Kühlsystem. Leider scheint es ein winzig kleines Leck zu sein, weil der Druck aus dem System kaum messbar nachlässt. Das macht die Lecksuche entsprechend schwer. Eine weitere Möglichkeit für das Problem könnte ein defekter Kühlkompressor sein, was wohl - wenn auch selten - eine denkbare Fehlerquelle sein könnte. Mir graut ziemlich vor der Rechnung für die Fehlersuche und Reparatur....
06.09.: Krise vorerst überstanden
Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen sich scheinbar Sorgen und Gedanken um uns machen. Nachdem ich gestern über unsere erste ernsthafte Ehekrise berichtet habe, sind wir uns noch gestern Abend wieder ein ganzes Stück näher gekommen und konnten den heutigen Tag sogar miteinander genießen. Also für die Zweifler:
Es ist sicher noch nicht alles perfekt zwischen uns, aber wir sind auf dem richtigen Weg und wollen für unsere Liebe auch weiterhin kämpfen. The Show must go on...
05.09.: Lanzarote - Gran Canaria / Unschönes Etappenende
Trotz widriger Bedingungen sind wir gut von Lanzarote nach Gran Canaria gekommen, mussten aber leider - mangels ausreichend viel Wind - das ungeliebte "Rütteleisen" fast die ganze Zeit mitschieben lassen, um in Las Palmas noch mit dem letzten Büchsenlicht anzukommen.
In Las Palmas ist die Etappe zwar planmäßig, aber doch unschön zu Ende gegangen. Momentan steht sogar die Fortsetzung des ganzen Projektes nach Ankunft in der Karibik auf dem Spiel...
01.09.: Hafentage Lanzarote
Eigentlich wollten wir heute von Lanzarote nach Las Palmas auf Gran Canaria segeln. Daran hindert uns nun Starkwind mit Böen bis zu sieben Windstärken und hohen Wellen, eine unklare Liegeplatzsituation auf Gran Canaria und Nici's grippaler Infekt. Nach aktueller Wettervorhersage werden wir wohl noch zwei Tage in der Marina Rubicon bleiben.
Immerhin hatten wir schon einen tollen Landausflug mit einem Leihwagen. Lest selbst...
29.08.: Funchal - Lanzarote: 285 Seemeilen, die es in sich hatten
Seit ein paar Stunden liegen wir in der Marina Rubicon auf Lanzarote. Wie schon vorher erwartet war es eine schnelle Überfahrt, obwohl wir die ganze Zeit nie richtig das Gaspedal durchgedrückt haben. Nur mit der während einem Großteil der 285sm-Reise gerefften Genua haben wir trotzdem manchen Surf mit mehr als zehn Knoten erlebt.
Trotz gutem Wetter hat uns die relativ kurze Reise deutlich mehr geschafft als die wesentlich längere Etappe von den Azoren nach Madeira. Das lag in erster Linie an dem sehr böigen Wind mit Spitzen bis zu sieben Beaufort und an den teilweise sicher vier Meter hohen Wellen.
Inzwischen haben wir die Salzkruste vom Boot gespült, warm gegessen und unsere Sachen gewaschen. Gleich geht es auf die Kojen, zumindest dem Skipper fallen schon beim Schreiben die Augen zu.
Liebe Grüße
Kiki
26.08.: Hafenliegezeit in Funchal
Heute war der dritte Hafentag auf Madeira, den wir ziemlich vertrödelt haben. Keine dringenden Arbeiten, kein Programm. Auch mal ganz schön. Morgen geht es aber am späten Nachmittag weiter nach Lanzarote, wo wir auf den Tipp von Bobby die Marina Rubicon besuchen werden. Uns erwartet eine schnelle Reise bei halben Wind und vier bis sechs, in Böen sieben Windstärken.
Hier unser Bericht von den letzten Tagen auf Madeira...
24.08.: Santa Maria - Funchal (Madeira)
Gestern Abend sind wir nach 490 sm, überwiegend günstigem Wetter und tollen Segeltagen in Funchal angekommen. Kurz vor Funchal haben wir noch einen kurzen Boxenstopp in Calheta, einem etwa 15 sm westlicher gelegenem Hafen gemacht, um unser Großsegel zur Reparatur zu geben.
Der Segelmacher aus Funchal war quasi schon auf dem Weg in den Urlaub in Kanada, wollte uns aber nicht mit unserem Problem allein lassen. Er ist uns deshalb entgegengefahren, hat das Segel abgeholt und bei unserer Ankunft in Funchal war es schon ordentlich repariert. Ein toller Service von Madeira Sailmakers, der einzigen Segelmacherei im weiten Umkreis....
Heute haben wir einen sehr schönen Ausflug mit einem Leihwagen gemacht, von dem ich im nächsten Beitrag berichten werde. Für heute sind wir zu müde.
Liebe Grüße
Kiki und Nici
20.08.: Ponta Delgada - Santa Maria
Vorgestern sind wir bei mäßigen Windbedinungen von Ponta Delgada nach Santa Maria, der südöstlichsten Azoreninsel gesegelt. Santa Maria gehört zu den kleinsten und schönsten Inseln im Archipel. Per Zufall haben wir Deltlef Kowalewski, einen echt interessanten und skurilen Typen aus Dormagen kennengelernt, der nach einem mehr als bewegten Leben (es lohnt ein Blick ins Internet unter wikipedia.de oder YouTube) vor vielen Jahren auf Santa Maria gestrandet ist, kennengelernt.
Mit ihm haben wir gestern eine fantastische und sehr unterhaltsame Inselrundfahrt erlebt...
Heute geht es auf den 485 Seemeilen langen Schlag nach Madeira, unserem letzten Zwischenstopp vor unserem vorläufigen Endziel auf den Kanaren...
18.08.: Ponta Delgada, die Letzte..
Nach nunmehr zwei Wochen wird es Zeit, dass wir weiterkommen. Unsere Lukenhauben sind zwar irgendwie fertig geworden, erfüllen aber nicht meine Ansprüche an Passform und Ästhetik. Ärgerlich, aber nun auch nicht mehr zu ändern.
Seit gestern ist unsere Freundin Kathrin Minners an Bord, die uns auf die Kanaren begleiten wird. Heute haben wir nochmal einen tollen Ausflug mit dem Mietwagen gemacht und haben diesmal ein paar andere Ziele angesteuert.
Morgen früh geht es nach Santa Maria und von da aus nach einem weiteren Hafentag auf die knapp 500 Seemeilen nach Funchal Madeira, wo wir dann auch ein paar Tage bleiben wollen.
13.08.: Ponta Delgada, die Dritte oder warum Nähen so schwierig ist
Gestern morgen kamen unsere Pakete mit Segelmacher-Zubehör, insbesondere für die Anfertigung von Luken-Abdeckungen, Windsäcken, etc., an. Wir haben gleich mit den "Hauben" für unsere sieben Luken an Deck begonnen, um die Plexiglas-Verglasungen vor unnötiger UV-Einstrahlung zu schützen. Wenn ich geahnt hätte, dass solche Hauben - jedenfalls ohne Erfahrung damit - so anspruchsvoll sind, hätte ich im Internet fertig Abdeckungen bestellt. Aber nun müssen wir dadurch.
Heute Abend hatten wir Gelegenheit beim Open Ship auf die "Sagres", ein Schwesterschiff der deutschen "Gorch Fock" zu kommen. Schon beeindruckend, so ein 75 Jahre alter Großsegler. Bei Sturm müssen sechs Mann an den gewaltigen, dreifachen Steuerrädern stehen. Keine Winschen, alle Segel werden von reiner Menschenhand getrimmt. Lediglich für das Holen def Festmacher gibt es auf der Back und auf der Schanz ein paar von bis zu zehn Mann bediente Gangspills.
Beeindruckend für mich waren besonders die exzellent aufgetuchten Segel, sowohl an den Rahen, wie auch im Klüvernetz. Da könnten sich die schwedischen Kameraden auf dem Schulschiff "Gladan" eine dicke Scheibe von abschneiden...
10.08.26: Ponta Delgada, die Zweite...
Bis heute haben sich unsere beiden "Schädiger" nicht um eine vernünftige Lösung für meine beschädigte Genua bemüht. Heute läuft das ihnen gesetzte Ultimatum ab. Mein Anwalt ist schon informiert, er wird sich in den nächsten Wochen um die weiteren Schritte (Klage auf Schadenersatz) kümmern, wenn nicht wider Erwarten doch noch heute gezahlt wird. Bei CO-Segel habe ich heute ein Angebot für eine neue, absolut baugleiche Genua angefordert.
Es tut mir zwar leid, dass ich nun gleich die großen Geschütze auffahren muss, doch die Gegenseite bewegt sich kein Stück auf uns zu und hat die neuwertige Genua nun wirklich ruiniert bzw. zumindest erheblich abgewertet.
Inzwischen läuft auch unser Pantrykühlschrank wieder. Das Warten auf die Reparatur hat uns jedoch so viel Zeit gekostet, dass eine Weiterfahrt nach Terceira oder Horta (wo wir eigentlich zwei an uns adressierte Pakete abholen müssten) keinen Sinn mehr macht, weil wir am kommenden Samstag schon wieder hier in Ponta Delgada sein müssen.
Jetzt haben wir noch eine Woche Gammelei vor uns, was meine Laune nicht gerade verbessert...
05.08.26: Viel Ärger in Ponta Delgada
Leider hat es auf den letzten Meilen der Etappe noch ordentlich Ärger gegeben. Unsere Mitsegler, federführend der Wachführer Thomas S. haben unsere neue Genua gründlich geschädigt, obwohl ich ihm vorher sehr klare Anweisungen gegeben habe, um genau diesen Schaden zu verhindern.
Es lag somit zumindest grob fahrlässiges, wenn nicht gar vorsätzliches Handeln gegen meine Anweisungen vor. Trotzdem erkennt der Verantwortliche keine Schuld an, obwohl er nun auch von unbeteiligter Dritter Seite schriftlich erfahren hat, was denn sein Fehler war. Laut Einschätzung des Segelmachers ist der entstandene Schaden im Normalfall nicht wirtschaftlich reparabel. Ich habe dem Verursacher angeboten, lediglich ein Drittel des Neupreises der erst zwei Monate und noch nie bei mehr als sechs Windstärken gebrauchten Genua als Schadensersatz zu übernehmen, was bisher abgelehnt wird.
Thomas S. hat den Schaden auf mein Anraten zwar seiner Haftpflichtversicherung gemeldet, aber das interessiert mich nicht. Ich habe den Vertrag mit ihm. Es geht um 2.650 €, die er und seine Frau angeblich nicht in der Portokasse haben, aber selbst ein größeres Boot besitzen als ich.
Statt eine einvernehmliche Problemlösung zu suchen, postet die "Dame des Hauses" dreimal täglich die positiven Eindrücke von der Insel, während Nici und ich uns um die Schadensbeseitigung und das Waschen der von unseren "Kreuzfahrtgästen" genutzten Bettwäsche kümmern.
Wohlgemerkt sieht der unter "Termine" auf dieser Webseite einsehbare Crewvertrag die VOLLE Haftung des Verursachers vor, wenn dieser ausdrücklich gegen die Anweisung des Skippers handelt, was hier unbestreitbar der Fall war.
Warum ich in diesem Blog so ausführlich, emotional und teilweise persönlich berichte? Ich möchte dem Leser nicht nur die Chance geben, sich selbst ein Urteil zu machen, sondern auch für die Zukunft an klare Anweisungen und wasserdichte Crewverträge zu denken.
Eine Einschränkung gibt es dennoch: Bei schrägen Vögeln (damit ist keiner persönlich angesprochen) hilft auch kein Vertrag. Arsch bleibt Arsch!!!
03.08.26: Mühsame Kreuz zu den Azoren
Nachdem wir erst mit der Flaute zu kämpfen hatten, kam dann endlich der Wind, leider aus der falschen Richtung. Bei fünf bis sechs Windstärken auf den Kopf war die Straße Richtung Azoren recht holperig, bis zu zwei Meter hohe Wellen machten das Bordleben anspruchsvoll. Drei Tage später sind wir nach rund 500 Seemeilen langer Kreuz und am siebten Tag auf See endlich in "Reichweite" der Azoren und sollten wohl heute Abend ankommen.
Dann haben wir in weniger als zwei Monaten rund 2.100 Seemeilen zurückggelegt. Wir fühlen uns nun schon ein bisschen mehr als echte Blauwasser-Segler.
Liebe Grüße
Kiki und Nici
29.07.26: Die Orcas haben uns nicht versenkt, nun kämpfen wir mit der Flaute
Zwei Tage haben uns die Orcas in Muxia festgehalten, gestern haben wir es trotz immer noch sehr "heißer" Situation gewagt und sind losgefahren. Rui Alves (www.orcas.pt) hatte uns zwar geraten, möglichst noch zwei Tage zu warten, das hätte aber unsere Zeitplanung und vor allem den Heimflug unserer Mitsegler gefährdet.
Um es kurz zu machen: Wir hatten mächtig Respekt vor einem Angriff, sind aber unbeschadet in tiefes Wasser gekommen. Leider hat die Warterei uns das passende Wetterfenster zugemacht. Nachdem wir gestern noch überwiegend unter Segeln voran gekommen sind, haben wir seit heute Vormittag Flaute, die bis übermorgen anhalten soll. Wind zwischen einer und zwei Windstärken; gut das wir unsere Dieseltanks in Muxia vollgetankt haben...
Ansonsten ist die Stimmung prima!
Liebe Grüße vom blauen Wasser
Kiki und Nici
25.07.26: Etappe 4 hat begonnen, die Orcas sind uns leider dicht auf den Fersen
Heute Vormittag sind Frizzi und Thomas auf der "NYALA" eingezogen. Nach dem Verstauen der Klamotten haben wir uns auf den Weg nach Muxia gemacht, ca. 45 sm südwestlich von La Coruna. Dank der Flaute sind wir unter Maschine gefahren, zwei Yachten hinter uns haben es segelnderweise versucht.
Mutmaßlich eine davon wurde von Orcas attackiert, wir haben höchstwahrscheinlich eine Orca-Dame gesehen, die auf uns von vorn kommend zuschwamm und dann - mutmaßlich wegen dem WAL-PAL Pinger, den wir sicherheitshalber ausgebracht haben - etwa 400 m vor uns nach Norden abdrehte. Ein aufregender Tag; aber lest selbst.
Morgen müssen wir nochmal 20 Seemeilen durch Orca-kritisches Gebiet, dann sollten wir aus der größten Gefahr von "Interaktionen" raus sein...
21.07.26: Viel (Näh-)Arbeit in La Coruna
Erst drei Tage nach unserer Ankunft in La Coruna hatten wir heute endlich Zeit, uns zumindest Teile dieser wunderbaren Stadt anzusehen. Bis heute haben wir uns mit der Anfertigung einer Sonnenpersenning für unser Dinghy beschäftigt. Stefan ist leider planmäßig nach Hause geflogen, unsere neuen Mitseglerf sind schon in der Stadt und haben uns schon an Bord besucht. Morgen wollen wir uns an den Verpflefgungs und Stauplan für die nächste Etappe machen.
Den ausführlichen Bericht könnt Ihr unten herunterladen...
17.07.26: Biscaya liegt hinter uns
Der Sprung über die Biscaya war entspannt, aber flautenreich. Etwas geschafft sind wir eben nach knapp 340 Seemeilen in Ferrol angekommen. Es war eine tolle Überfahrt und - zumindest bis jetzt haben uns auch die Orcas in Ruhe gelassen....
Liebe Grüße
Kiki und Nici
14.07.26: Brest-Douarnenez-Camaret sur Mer
Für die Querung der Biscaya benötigen wir ein passendes Wetterfenster. Da seit Tagen absehbar war, dass die günstige Gelegenheit (bei moderaten Bedingungen stressfrei über dieses berüchtigte Seegebiet zu kommen) wohl erst morgen oder übermorgen kommt, haben wir uns noch ein wenig die Bretagne angeschaut und haben Douarnenez und Camaret sur Mer besucht.
Morgen früh geht es dann über die Biscaya, Ziel Ferrol in Galicien....
11.07.26: Gammel in Brest
Nach fünf Tagen bei brütender Hitze haben wir lansam genug von Brest. Heute Abend kommt unser Mitsegler Stefan an Bord.
Leider haben wir ein gutes Wetterfenster zur Querung der Biscay verpasst, jetzt müssen wir in jedem Fall bis Mittwoch, vielleicht auch bis Donnerstag auf die nächste günstige Gelegenheit warten. Aber auch das gehört dazu und war auch schon in der Grobplanung der ganzen Reise bereits berücksichtigt.
06.07.26: Angekomen in Brest
Von L'Aber-Wrac'h ging es vorgestern über das wunderschöne und verschlafene Aber-Idult gestern durch den berühmt-berüchtigten Chenal du Four weiter nach Brest, womit auch die zweite Etappe unserer Reise in trockenen Tüchern liegt. Leider lädt Brest aufgrund hoher Temperaturen und wenig sehenswerter Architektur nicht zum Stadtbummeln ein. Wir suchen uns an Bord ein möglichst schattiges Plätzchen unter dem neuen Sonnensegel und ärgern uns über einen wirklich dämlichen Hafenmeister-Gehilfen...
Liebe Grüße
Kiki und Nici
03.07.26: Guernsey - L'Aber-Wrac'h
Wir sind inzwischen mit einem Zwischenstopp in Roscoff in der Nordbretagne in L'Aber-Wrac'h angekommen. Das kleine Dorf in einer Flussmündung scheint bei Seglern sehr beliebt zu sein, was auch daran liegen könnte, dass es in der nördlichen Bretagne nur wenige Häfen gibt, die bei jeder Tide und mir größerem Tiefgang angelaufen werden können.
Der Hafen füllte sich jedenfalls ziemlich schnell. Gerade eben hat die PenDuick II der verstorbenen Segellegende Eric Tabarly ein paar Meter von uns festgemacht. Mit der 1964 aus Holz gebauten Ketsch hat Eric Tabarly mehrere Transatlantikrennen einhand gewonnen. Das Boot ist nach wie vor in hervorragendem Zustand.
Den ausführlichen Bericht findet Ihr unten...
Liebe Grüße
Kiki und Nici
30.06.26: Portland - Guernsey
Ein paar wunderschöne Tage liegen seit Portland hinter uns. Ein herrlicher Segeltag von Portland nach Alderney, Flautenüberfahrt von Alderney nach Guernsey und heute eine ausgiebige Inseltour per Bus mit anschließendem leckeren Abendessen im Restaurant.
Auch touristisch gab es etwas zu sehen, was uns nachdenklich gemacht hat. Aber lest selbst....
Herzliche Grüße aus St. Peter Port
Kiki und Nici
27.06.26:
Die erste Etappe unserer Langfahrt liegt hinter uns, wir liegen in Portland (UIK). Wir hatten - von einer (fremdverursachten) kleinen Ramming und dem Ausfall der Windmessanlage - keine Probleme und Schäden gehabt, vertragen uns immer noch gut und freuen uns nun auf die morgen beginnende nächste Etappe nach Brest, auf der uns mein Freund Thomas Lemmen begleitet.
Thomas ist vor zwei Jahren mit mir von Bergen nach Trondheim gesegelt. Wir sind froh, Thomas an Bord zu haben. Morgen segeln wir nach Alderney und von dort weiter nach St. Peter Port auf Guernsey.
24.06.26: Windmessanlage läuft wieder und Ramming mit Motorquatze; alles bei brütender Hitze
Unter Deck ist es seit gestern - jedenfalls tagsüber - kaum auszuhalten. Temperaturen wir am Äquator, bis zu 40° unter Deck. Heute ging in Southampton kaum ein Lüftchen...
22.06.26: Teuerstes Hafengeld der Reise und "Maiden" getroffen
Nachdem wir gestern eine schöne Bustour rund um die Isle of Wight gemacht haben ging es heute nach Port Hamble in der Mündung des gleichnamigen Flusses. Beim Einlaufen kam mir ein an Land stehendes Boot seltsam vertraut vor. Es sah aus wie die alte Maiden und sie war es tatsächlich auch.
Ansonsten sind wir heute im eigenen Schweiß fast ertrunken. Bis zu 36° Celsius unter Deck! Lest selbst, wie es uns in den letzten beiden Tagen ergangen ist....
20.06.26: In Cowes, dem Mekka des englischen Segelsports
Wieder mussten wir wegen der Tide (ein Ablegen war nur bei Stauwasser problemlos möglich) schon sehr früh auslaufen. Das frühe Ablegen in Portsmouth hatte aber den Vorteil, dass wir schon um kurz vor sieben am Morgen in der East Cowes Marina festmachen konnten. Obwohl auf der Isle of Wight dieses Wochenende ein riesiges, im ganzen Königreich bekanntes Festival stattfindet, haben wir zum Glück keine Nachbarn bekommen, die im Päckchen liegend betrunken nachts über unser Boot staksen.
Morgen geht es auf einen großen Inselausflug per Bus. Details zu den letzten beiden Tagen in der PDF-Datei zum Download. Außerdem unten noch ein paar Fotos aus Portsmouth und Cowes...
Liebe Grüße
Kiki und Nici
8.06.26: Etappe 1 in trockenen Tüchern, wir sind im Solent
Von Dover ging es heute mit einem kleinen Gewaltschlag bei teilweise nur 100 m Sicht von Dover nach Portsmouth. Jetzt kann nicht mehr viel passieren. Bis Southampton sind es auf direktem Weg keine zwanzig Meilen mehr. Den ausführlichen Bericht und ein paar Fotos findet Ihr - wie immer - unten....
15.06.26: Scheveningen - Dünkirchen - Dover: Wenn wir fahren gegen Engeland...
Nach den drei starkwindbedingten Hafentagen haben wir gestern einen großen Sprung von Scheveningen nach Dünkirchen in Frankreich gemacht. Heute Morgen ging es dann schon um kurz nach sechs mit der Tide weiter nach Dover. Binnen 24 Stunden haben wir nun dreimal die Gastflagge wechseln müssen. Wir sind beide zum ersten Mal in Dover und angenehm überrascht über die fast unglaubliche Freundlichkeit der Menschen hier. Den ausführlichen Bericht und ein paar Fotos findet Ihr unten...
Herzliche Grüße
Kiki
13.06.26: Scheiss Starkwind aus Südwest - Stucked in Scheveningen
Freitag, 12.06.:
Es weht den ganzen Tag kräftig aus Südwest, in Böen sollen es 35 Knoten sein, von denen im Hafen nur achtundzwanzig bis dreißig in den Böen ankommen. Ich kämpfe den ganzen Tag mit der Routen- bzw. Tidenplanung für die nächsten Tage. Bei den kürzeren Etappen ist das nicht schwer, einfach schauen, wann der Strom am Starthafen anfängt mitzulaufen und dann los.
Bei den Etappen von Scheveningen nach Oostende (ca.80 Seemeilen) und der Kanalquerung sieht das schon ganz anders aus. Auf der Reise nach Oostende müssen wir einen guten Kompromiss zwischen mit- und gegenläufigem Strom finden und dabei berücksichtigen, dass wir möglichst nicht bei Dunkelheit in uns fremden Häfen ein- und auslaufen wollen.
Die „Eingeborenen“ schütteln das so aus dem Ärmel, ich muss kräftig im Stromatlas hin- und herblättern und in einer selbstgestrickten Excel-Tabelle mit Abfahrtszeiten und Stromvektoren spielen. Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich die Routen der nächsten Tage von Scheveningen über Oostende, Dünkirchen, Dover bis zunächst Brighton inklusive Varianten so weit optimiert, dass ich selbst zufrieden bin.
Am späten Vormittag kommt Peter, ein Deutscher aus dem Hunsrück auf einen kleinen Klönschnack ans Boot. Er ist mit seinem 32-Fuß Eigenbau „Westwind“ einhand unterwegs nach Portugal. Spontan laden wir ihn zum Abendessen zu uns an Bord ein.
Nici kocht im Airfryer einen leckeren Nudelauflauf mit Broccoli, Lachs und einer Dill-Sahnesauce und macht zum Dessert eine ebenfalls sehr gut gelungene Erdbeer-Quarkspeise. Dazu trinken wir den guten Feudo Arancio Grillo aus dem 5l-Schlauch von Jacques Weindepot. Dieser sehr leichte und fruchtige Weißwein ist unser absoluter Lieblinkswein, den ich schon seit vielen Jahren auch gern zu Hause trinke.
Es wird ein sehr schöner und unterhaltsamer Abend. Um viertel nach zwölf schmeiße ich Peter raus, Nici schläft schon seit zwei Stunden friedlich im Vorschiff. Auch mir fallen nun die Augen zu. Hier noch ein paar Fotos des Tages...
Samstag, 13.06.:
Das erste Mal auf dieser Reise schlafe ich bis halb zehn, nachdem ich um halb sieben einmal ganz kurz nach den Wetterprognosen geschaut habe. Immer noch dieser beschissene und vor allem sehr starke Südwestwind!
Wir frühstücken heute erst um halb elf, ich brate mir die restlichen Nudeln von gestern auf und mische ein paar Eier darunter. So gestärkt sollte ich eigentlich über den ganzen Tag kommen. Nach dem Frühstück steht Peter wieder auf der Matte und möchte uns beim Segelwechsel von der großen Genua auf die kleine Starkwindfock helfen.
Da der Wind aber ab morgen Mittag deutlich abnehmen soll, sparen wir uns das Mannöver, für einen Tag ist mir das zu viel Arbeit. Ich kann mir kaum noch vorstellen, dass ich mal beim Whitbread Round the World Race in einer Wache viermal das Vorsegel gewechselt habe. Damals hatten wir aber auch keine Rollgenua, das wäre für einen reinrassigen Racer völlig undenkbar gewesen.
Dann schaue ich mir Peters „Westwind“ an. Das hübsche Van de Stad-Design wirkt von außen zeitlos. Der Voreigner hat den Rumpf aus beidseitig mit Epoxy-Glas überlaminierten Speed Strip Zedernleisten gebaut. Der Ausbau ist aus sehr dunkel gebeiztem Mahagoni-Sperrholz. Fast alles wirkt sehr solide und ist dennoch leicht. Lediglich die Lackierung unter Deck und ein Teil der Decksbeschläge wirken ein wenig laienhaft auf mich. Egal, Peter ist sehr glücklich mit seinem Boot und NUR das zählt wirklich.
Ich habe viel Respekt vor dem 62-jährigen Peter, der allerdings auch ein wenig hemdsärmlig an die vor ihm stehenden Herausforderungen geht. Beim Wetter verlässt er sich zum Beispiel bis jetzt ausschließlich auf den „Windfinder“. Er ist aber wirklich dankbar meine Tipps, die er – gierig wie ein trockener Schwamm – aufnimmt. Echt ein cooler Typ!
Nici hat unterdessen gelesen, dass Lebensmittel in England bis zu 60% teurer sind als auf dem europäischen Festland und kauft deshalb nochmal ordentlich Obst und Gemüse ein. Außerdem besorgt sie uns noch eine „Red Ensign“-Gastflagge für England. Bisher hatte ich nur einen Union-Jack, der von den Engländern zwar auch akzeptiert, aber wenig geliebt wird.
Am Nachmittag kocht Nici schon einen Möhreneintopf und Frikadellen für morgen vor. So bereiten wir uns auf die – so Gott will – morgige Abreise nach Oostende vor. Da wir schon um sechs Uhr loswollen, bauen wir den „Wintergarten“, den Kamin von de Lazybag und die Genuapersenning schon heute ab.
Gegen 19:00 Uhr nehme ich die neueste Wettervorhersage unter die Lupe. So wie es aussieht, soll es morgen früh um 06:00 Uhr immer noch Böen mit sieben Windstärken geben (s. Screenshot unten). Ab Mittag soll es dann allmählich abnehmen. Wenn wir das abwarten wollen und trotzdem die Tide halbwegs günstig mitnehmen möchten haben wir nur eine Alternative: Erst morgen um 17:30 Uhr auslaufen und dann im Dunkeln über die verkehrsreichen Gebiete der Mündungen von Oosterschelde und Westerschelde. Beide Optionen sind wenig verlockend.
Wir entscheiden uns, erstmal noch nichts zu entscheiden. Morgen um fünf Uhr stehen wir auf, checken erneut das Wetter und überlegen dann erst, ob wir eine Stunde später auslaufen oder uns stattdessen nochmal in unser gemütliches Schlafgemach zurückziehen...
Auf jeden Fall wird es Zeit, dass wir hier endlich wegkommen!
Herzliche Grüße aus Scheveningen,
Kiki und Nici
11.06.26: Wir genießen unseren ersten Hafentag und den Luxus an Bord
Heute früh wurde uns mal wieder bewusst, wie gut es uns geht. Ein paar Gedanken dazu und ein paar Impressionen aus Den Haag findet Ihr unten. Ein Besuch dieser faszinierenden Stadt wird von uns dringend empfohlen...
11.06.26: Ijmuiden - Scheveningen
Der Herrgott hat uns erhört und hat ein winziges Tiden- und Wetterfenster spendiert, in dem wir gestern von Ijmuiden nach Scheveningen segeln konnten. Es war zwar nicht gerade schönstes Segeln, aber immerhin sind wir aus der tristen Öde von Ijmuiden rausgekommen. Wenn die Wettervorhersagen stimmen sollten, kommen wir jetzt erst am Sonntag weiter, dann aber mit halben Wind statt immer nur gegenan knüppeln zu müssen.
09.06.26: Den Helder - Ijmuiden
Nach frühem Start um 05:00 Uhr und einer schnellen Reise sind wir in Ijmuiden, ganz in der Nähe von Amsterdam. So wie es aussieht, werden wir hier wegen ungünstiger Windverhältnisse mindestens zwei Tage ausharren müssen. Nicht gerade der schönste Ort für einen längeren Stopp. Details und Fotos findet Ihr in der PDF-Datei unten...
08.06.26: Wir sind unterwegs! Hindeloopen - Den Helder
Nach dem sehr schönen und vor allem auch lustigen letzten Vorbereitungswochenende mit unserer ARC+ - Crew geht es nun endlich richtig los. Wir sind aufgeregt und gespannt darauf, wie wir unsere ersten Meilen zu zweit in diesem Jahr meistern werden.
Ob wir heute loskommen steht – wegen der anstehenden Reparatur am Großsegel – beim Aufwachen noch in den Sternen. „Befehlsgemäß“ stehen wir beide um halb acht im Büro des Yachtservice Hindeloopen und sprechen mit Herrn de Vries junior, dem Chef des Ladens. „Ja, wir mussen gucken, ob das heute kann. Jetzt machen die Herren erstmal Kaffeepause. Konnen Sie in ein halbe Stunde nog mal kommen?“
Natürlich können wir. Doch auch um acht werden wir nur instruiert, schon mal alle Latten aus dem Großsegel zu nehmen, damit sich das schwere Segel wenigstens mit einer Karre und dem Kran in die - in der ersten Etage befindlichen – Segelmacherei transportieren lässt. Momentan liegt es auf dem nicht allzu sauberen Betonfußboden der Werkstatt.
Als wir mit den Latten beschäftigt sind kommt der Segelmacher, den ich noch aus meiner „Dauerliegerzeit“ in Hindeloopen kenne. Auch er erzählt uns von den vielen Aufgaben, die er noch vor unserer Reparatur zu erledigen hat. Mit dem Angebot, ihm fünfzig Euro als Tipp zuzustecken, kann er aber was anfangen.
Zur Frühstückspause um haben wir bereits in der Loft ein paar große Patches im Salingbereich montiert, die das Segel auf längeren Reach- und Raumschotskursen vor Verschleiß schützen sollen. Die Reparatur ist zum Glück um 11:30 Uhr abgeschlossen.
Nach dem etwas mühsamen Anschlagen des Segels laufen wir um 13 Uhr aus. Der Wind weht mit 10 – 14 Knoten aus Südsüdwest. Da wir es nicht eilig haben, rollen wir nur die Genua aus, aktivieren „Ulla“ (unsere neue Steuerfrau aus dem Hause Windpilot) und cruisen gemütlich mit sechs bis sieben Knoten nach Den Oever.
In der Schleuse fährt vor uns ein großer Dragonfly-Trimaran ein, der die halbe Schleuse blockiert. Wenn er uns vorgelassen hätte, wäre uns eine gute halbe Stunde Wartezeit erspart geblieben. Also warten wir auf die nächste Schleusung. Das Tor ist auf, die Ampel schaltet aber nicht auf grün. Erst auf Nachfrage über UKW-Kanal 20 teilt man uns mit, dass wir noch nicht in die Kammer dürfen, weil wir erst ein großes Plattbodenschiff vorbeilassen müssen. Neben jener „Eendracht“ parken wir dann vorn am Tor ein.
Der Plattbodenkapitän lässt uns freundlicherweise bei der Ausfahrt den Vortritt, dafür lassen wir ihn dann an der Autobahn-Drehbrücke vor. Gemeinsam laufen wir in den Malzwin, das Fahrwasser nach Texel und Den Helder ein. Da es nur 12 Seemeilen bis Den Helder sind, die wir auch nur teilweise anliegen können, entscheiden wir uns für die Maschine.
Im Malzwin wimmelt es nur so vor Krabbenkuttern mit ausgebrachtem Fanggeschirr, die teilweise mit den tollkühnsten Mannövern und ohne Rücksicht auf Verluste das Fahrwasser queren. Nachdem Uwe Nici am Wochenende erklärt hat, wie man erkennen kann, ob ein möglicher „Feind“ wirklich bedrohlich nah kommen wird, steuert meine liebe Frau wirklich souverän durch die Mahalla der Garnelen-Fänger hindurch.
Dabei regnet es inzwischen leicht, was Nici aber nicht weiter zu stören scheint. Sie wirkt total glücklich und zufrieden…
Um 17:45 Uhr machen wir im Königlichen Marine-Jachtclub fest. Auf dem Schiff vor uns steigt ein Kapitänleutnant in Ausgehuniform von Bord. Ich dachte, dass er unsere Spring und Achterleine annehmen würde, doch dafür war sich der Herr Kaleu wohl zu fein. Mit leichtem Grinsen im Gesicht geht er an Land. Aufgrund der Enge der Gassen zwischen den Liegeplätzen und dem quer von Backbord wehenden Wind muss ich drei Anläufe fahren, um so nah an den Steg zu kommen, dass Nici sicher abspringen kann und wir in die Mittelspring eindampfen können.
Nach dem Festmachen ist für mich die Analyse von Tiden und Wetterdaten für die weitere Planung unserer Reise angesagt, während Nici für uns eine leckere Gemüse-Hackfleischpfanne kocht. Offensichtlich ist die Köchin verliebt (der Kapitän aber auch), jedenfalls gerät der Reis etwas (stärker) salzig. Trotzdem schmeckt es uns prima.
Nici ist nach dem Essen völlig platt und geht schon um kurz vor neun auf die Koje, während ich noch mit Wetter- und Planungsdaten kämpfe. Es war ein sehr schöner und harmonischer erster Tag und ich bin sehr froh, dass ich eine tolle und sehr segelbegeisterte Partnerin an meiner Seite habe.
Morgen müssen wir – tidenbedingt – schon um fünf Uhr auslaufen. Ich hatte überlegt, ob wir statt – wie geplant – nach Ijmuiden lieber bis Scheveningen segeln sollten. Die Wettervorhersage macht uns jedoch einen Strich durch die Rechnung. Am Nachmittag soll es zumindest in den Böen mit sieben Windstärken wehen, das möchte ich uns zu Anfang ersparen. Also bleibt es (vorläufig) bei Ijmuiden…
07.06.26: Letztes Arbeits- und Trainingswochenende absolviert, am Montag starten wir wahrscheinlich zur Reise in/um die Welt
Das vorerst letzte Arbeits- und Trainingswochenende liegt hinter uns!.
Nici, Uwe Rinsche und ich sind bereits am Mittwochabend in Hindeloopen angekommen, Jens und Sven Wehrenbrecht waren am Donnerstagmorgen um acht Uhr an Bord, wo wir erstmal schön zusammen gefrühstückt und den Plan für den Tag besprochen haben.
Nici's Aufgabe war die finale Proviantbeschaffung vor dem Start ins große Abenrteuer, Uwe hat sich mit der Bordelektronik beschäftigt: Open CPN modifiziert, Garmin InReach Notsender nebst Solarladegerät getestet, Export von Routen aus der NV-App als .gpx-Datei recherchiert und Manual dazu geschrieben. Ich war zu dämlich dazu und habe die Exportmöglichkeit nicht gefunden und musste deshalb die in der NV-App weitgehend automatisiert erstellten Routen mühsam von Hand in den Plotter "klöppeln").
Jens, Sven und ich haben zunächst einen zusätzlichen Borddurchlass in die Backbord-Bordwand montiert, der ausschließlich für die Sumpfpumpe für die Abläufe der Waschbecken und der Dusche in den Nasszellen vorgesehen ist.
Der bisherige Borddurchlass musste das Abwasser von dem Pumpensumpf und gleichzeitig das des Watermakers aufnehmen, was laut dem Handbuch für den Watermaker suboptimal war. Geplant hatten wir dafür lediglich anderthalb Stunden, tatsächlich haben wir drei Stunden und noch ein paar Kleinteile benötigt, die wir nicht auf dem Radar hatten, glücklicherweise aber im Wassersportladen im Hafen vorrätig waren.
Danach haben wir die Windpilot Pacific aus der Halterung am Spiegel genommen (problemlos mit nur zwei Schrauben möglich) und unser neues von den Wehrenbrecht-Brüdern im Teamwork gebaute Notruder montiert. Die beiden haben ganze Arbeit geleistet. Es mussten zwar ein paar kleine Anpassungen gemacht, ein paar lange M10-Schrauben aus einer Gewindestange, einigen Hutmuttern und etwas Loctite gefertigt und der Montageflansch für die Windsteueranlage ein klein wenig heruntergeschwenkt werden, was aber alles problemlos lief.
Während wir so vor uns hingewurschtelt haben, wehte auf dem Ijsselmeer ein starker bis teilweise stürmischer Wind aus Südwest, der ein Auslaufen am Donnerstag nicht sinnvoll machte. Das war eigentlich ganz gut so, weil wir auf diese Weise keinen "Druck im Huf" verspürten, um am Nachmittag noch auszulaufen.
Stattdessen haben wir alles in Seelenruhe gemacht, sind abends schön im "Sailor's Inn" in der Marina zum Essen gegangen und haben auch ein paar Kaltgetränke zu uns genommen. Aber alles in Maßen, nicht in Massen...
Am Samstagmorgen sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück von Nici mit leckerstem Rührei und vielen anderen Leckereien um 09:30 Uhr mit Ziel Urk ausgelaufen, wo der Skipper am Abend zum großen Schollenessen im Restaurant "De Kaap" einladen will. Aufgrund der frischen Brise haben wir schon im Hafen ein Reff eingebunden. Zunächst ging es hoch am Wind Richtung Süden, dann konnten wir nach Runden der westlichen Ecke des Vrouwesand bei langsam abflauenden Wind deutlich abfallen.
Schnell war das Reff ausgeschüttet und nur wenig später stand dann auch der Gennaker, der uns mit flotter Fahrt vor die Ansteuerung nach Urk zog. Kurz vor dem Hafen haben wir die Segel geborgen und haben dann fast an der gleichen Stelle wie am letzten Wochenende an der Pier festgemacht. Nach dem Anlegebier haben wir uns über die anstehende Atlantiküberquerung unterhalten, Wachpläne und Zusammenstellung der Wachen besprochen und haben dabei viel Spaß gehabt.
Ich bin sehr froh und wirklich dankbar, dass wir für die ARC+ eine so gute, erfahrene und vor allem hochmotivierte Crew haben werden.
Hier stimmt nicht nur die zwischenmenschliche Komponente und die technsche Kompetenz der Mannschaft, alle bringen auch viel Erfahrung mit. Was die technische Kompetenz angeht, dürften wir herausragend gut aufgestellt sein. Co-Skipper Uwe (mit dem ich schon 2003 über den Atlantik gesegelt bin) ist in Elektrik und Elektronik sehr bewandert, Jens als Maschinenbau-Handwerksmeister in allen mechanischen Dingen top-fit und ein Improvisationstalent und sein Bruder Sven ist ein sehr guter und stets engagierter Bootsbaumeister.
Nici und ich sind stolz, dass die drei Jungs uns so massiv unterstützen werden. Besonders erwähnenswert bei allen drei Jungs ist die große Hilfs- und Leistungsbereitschaft, die die Männer mitbringen. Dazu sind sie wirklich lustig, schon lange haben wir nicht mehr so viel gelacht.
Zum Running Gag wurde ein von Jens neu kreierter Spitznahme für mich, der angeblich NICHTS mit meiner Körperfülle zu tun hat . "Rollmops-Rolf aus Rostock" mit seiner Rollmopsfarm sorgte für eine Menge Spaß. Ich habe voll mitgespielt und der Crew die Geheimnisse meiner Zucht - natürlich unter dem Siegel der strengsten Verschwiegenheit - erklärt. Besonders interessiert hat meine Mannschaft, wie ich es (ohne menschliche Hilfe) hinbekomme, dass sich alle Rollmöpse von allein gegen den Uhrzeiger aufwickeln und sich dann selbst den Zahnstocher durch die fertige Roulade rammen. Wir haben Tränen gelacht.
Das "Schol onbeperkt"-Essen war dann ein echtes Highlight. Die Schollen waren zwar schon etwas größer als am vergangenen Wochenende aber immer noch weit vom üblichen Kaliber entfernt. Der Geschmack war jedoch erwartungsgemäß ganz hervorragend und dementsprechend haben wir zugeschlagen. Mit je sieben Exemplaren lagen Sven und Jens nur ganz knapp hinter mir zurück. Eine herrliche Fisch-Sause!
Wenn nicht ein dicker Regenschauer gedroht hätte, wäre wohl auch noch ein Nachtisch in unsere Mägen gezwängt worden, darauf haben wir aber - aus meteorologischen Gründen - verzichtet und sind stattdessen pappsatt zurück zum Boot gegangen, wor wir uns noch einen Absacker gegönnt haben.
Leider mussten wir diesen Samstag schon zurück nach Hindeloopen, weil beide Wehrenbrechts am Sonntag noch familiäre Verpflichtungen hatten. Um viertel nach neun haben wir uns aus dem Hafen gemogelt, was aufgrund der knappen Abstände zu den Zweierpäckchen vor und hinter uns - der Hafenmeister fordert hier einen Maximalabstand von nur einem Meter - gar nicht ganz ohne war.
Beim Setzen des Großsegels hat die Mannschaft entdeckt, dass die beiden Gatchen für die Vorlieksrutscher über dem ersten Reff ausgerissen sind. Ich vermute, dass das daran lag, dass wir die Reffleine nicht (wie übich) erst nach dem Durchsetzen des Vorlieks, sondern schon im Hafen kräftig durchgesetzt haben. Hinzu kommt die etwas unglückliche Konstruktion des Lümmelbeschlags, wo keine festen Reffhaken montiert sind. Stattdessen sind auf der Backbord und Steuerbordseite ca. 30 cm lange Dyneema-Loops, an denen ein Schnappschäkel für die Reffkauschen montiert. Wir hatten den Steuerbord-Stropp benutzt. Beim Auffieren des Großsegels auf Backbordbug wurde das "neue Unterliek" dann nochmals kürzer, was wahrscheinlich zum Ausreißen der Gatchen geführt hat.
Zunächst ein kleines Stück nur mit dem Großsegel, dann zusätzlich mit ausgebaumter Genua geht es rasch nach Norden, wobei uns "Ulla", unser Windpilot bis zum Beginn des Tonnenstrichs tadellos steuert. Nach ein wenig Feintuning an der Einstellung der Windfahnenrichtung macht "Ulla" einen prima Job, wir sind sehr zufrieden.
Querab Stavoren dreht der Wind ein wenig rechts und wird zu spitz zum Schmetterlingssegeln, der Baum muss weg. Hinter dem Groß zieht die Genua allerdings nicht gut und wird deshalb weggerollt. Nur unter Groß fahren wir mit sechseinhalb bis siebeneinhalb Knoten bis zur Tonne H4, also bis kurz vor die Hafeneinfahrt von Hindeloopen.
Nach einem tadellosen Anlegemannöver schlagen wir sofort das Groß ab und geben es im Wassersportladen für den Segelmacher ab, der erst am Montagmorgen wieder da ist. Ich erkläre der netten Verkäuferin, dass das Segel am Montag bis Mittag repariert werden MUSS, damit wir im Zeitplan bleiben. Sie verspricht, dass sie sich dafür einsetzen will, kann aber nichts versprechen.
Eine Stunde später klingelt mein Handy. Es ist ein Mitarbeiter aus dem Service von Skips Maritiem, der mich erstmal negativ verblüfft. "Montag und Dienstag klappt das garantiert nicht, vielleicht bis Freitag" sind seine Worte. Einen Plan B haben wir erstmal nicht, eventuell käme de Vries in Makkum oder ein mir nicht bekannter Segelmacher in Koudum in Frage. Blöderweise haben wir aber ab Sonntag kein Auto mehr, das wäre dann eine logistische Herausforderung.
Ich gehe mit Nici nochmal in den Laden, wo ich den Servicemitarbeiter antreffe. Mein Argument, dass ich bei Skips Maritiem schon mindestens 50.000 € für Refit-Arbeiten an meiner Baltic 37 bezahlt habe - immer ohne Nachverhandeln und die Rechnungen am Tag des Eingangs bei mir bezahlt - lässt ihn zunächst völlig kalt. Auch das Argument, dass wir am Beginn einer Weltumsegelung stehen und nicht gleich zu Anfang in Zeitnot geraten möchten, weil Crewwechsel anstehen, hilft (erstmal) nur wenig.
Schließlich verspricht er aber, sich doch für uns einzusetzen und uns am Montag möglichst weiterzuhelfen. Inzwischen sind Jens und Sven auf dem Heimweg, Uwe bleibt noch bis Sonntag, um mit uns nochmal nach Workum zu fahren, wo wir leider erst um 12:00 Uhr bei Action vielleicht noch ein paar halbwegs hübsche zusätzliche Stauboxen für die Ablagen über den Salonkojen erstehen wollen.
Zum Abendessen gehen wir an die Kibbeling-Bude und gehen recht früh zu Bett. Blöderweise sieht die Windvorhersage für die nächsten Tage alles andere als positiv aus. Lediglich am Montag und Dienstag gibt es brauchbare Bedingungen für den Törn über Den Helder nach Ijmuiden, wo wir dann voraussichtlich zumindest am Mittwoch und Donnerstag eingeweht sein werden.
Am Sonntagmorgen checken wir vor dem Einkaufen noch die Route über die "Stehende Mastroute", wo wir uns in Amsterdam einfädeln würden und auf der wir dann theoretisch bis Breskens an der Westerschelde fahren könnten - wenn nicht ein paar marode Brücken im Raum Amsterdam die Route momentan unbefahrbar machen würden. Es gibt also nur den Weg über die Nordsee...
Tatsächlich bekommen wir bei Action in Workum ein paar nette Boxen, die wir mit ein paar gespannten Leinen in den Ablagen über den Salonkojen sichern. Am Nachmittag haben wir alles fertig und sind - abgesehen von der Großsegelreparatur - klar für den Start der Weltumsegelung.
Drückt uns die Daumen für die Segelreparatur...
Kiki und Nici
02.06.26: Nächstes Trainingswochendene abgehakt, nächste Planänderung
Nachdem wir am vergangenen Donnerstag meinem Ex-Schwager in Trier das letzte Geleit gegeben und ein letztes Treffen mit meinen Töchtern vor unserer Abreise hatten, ging es unmittelbar im Anschluss an die Beerdigung nach Hindeloopen, wo unsere Crew für die Etappe Azoren - Kanaren schon auf uns wartete.
Frank und Kathrin waren gemeinsam aus Kiel bzw. Hamburg gekommen und freuten sich auf ein schönes Wochenende mit uns. Leider sah die Windprognose alles andere als erfreulich aus. Das ganze Wochenende sollte von Schwachwind geprägt sein, lediglich Sonntag sollte es segelbaren Wind geben.
Da die neue Lazybag für das Großsegel immer noch nicht geliefert wurde, habe ich am frühen Freitagmorgen erstmal eine Mail an die Breehorn-Werft geschickt und mit Stornierung des Auftrages gedroht, wenn die Lazybag nicht bis 10:00 Uhr montiert würde. Anschließend bin ich mit Nici zum Einkaufen nach Workum gefahren, wo wir auch unseren Freund Guido besucht haben, der inzwischen schon die dritte Saison seine Spirit 41 "Way of Life" refitted.
Was für eine Arbeit sich der fleißige Guido sich da ans Bein gebunden hat. Das ursprünglich für zwei Jahre geplante Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen.Immerhin liegt das neue Alternativ-Teakdeck schon, Cockpit und Aufbauten strahlen in neuem Glanz und einige pfiffige Details - zum Teil bei meiner Olsen abgeschaut - überzeugen mit handwerklich astreiner Ausführung.
Zurück in Hindeloopen bereiten wir uns aufs Auslaufen vor und fahren - mangels Wind - unter Maschine die 25 sm nach Urk, wo wir am Abend Scholle satt essen wollen. Kurz vor dem Einlaufen zieht ein mächtiges Gewitter auf. Wir schaffen es noch so gerade in den Hafen, bevor der Himmel die Schleusen öffnet. Beim Anlegen weht es noch kommod mit 22 bis 25 Knoten, kurze Zeit später stehen 40 Knoten auf der Uhr. Da wäre das Anlegen schon weniger lustig geworden.
Das Schollenessen im Restaurant "De Kaap" wird wie immer ein kulinarischer Genuss und auch das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt. Leider sind die Schollen - für die Jahreszeit allerdings typisch - noch sehr klein.
Am Samstagmorgen weht wieder kein Lüftchen, trotzdem laufen wir um 08:00 Uhr aus, um die 13 Seemeilen nach Enkhuizen schnell hinter uns zu bringen und um dort eine der wenigen Boxen im Gemeentehaven zu ergattern. Das ist schöner als im Viererpäckchen zu liegen.
Tatsächlich sind beim Einlaufen gleich zwei Boxen frei, von denen wir uns die breitere schnappen. Neben uns an Steuerbord liegt die allererste Breehorn überhaupt, Breehorn 37 Bau-Nr. 1, inzwischen fünfzig Jahre alt und immer noch sehr gut in Schuss. Nach dem Anlegen machen wir einen Spaziergang in die Stadt. Der Skipper biegt nach einer Runde um den alten Hafen wieder zum Gemeentehaven ab, weil er mal wieder Schmerzen in der rechten Hüftgegend hat.
Zurück am Boot duftet es von der benachbarten Fischbude herrlich nach Kibbeling, da kann ich nicht widerstehen. .
Kathrin und Frank verstehen sich gut, das sollte mit uns auch auf der Etappe Ponta Delgada - Lanzarote gut klappen.
Am Sonntag geht es ebenfalls um acht Uhr zurück nach Hindeloopen. Heute können wir endlich segeln! Bei 10 - 12 Knoten pflügen wir am Wind mit guten sieben Knoten Richtung Hindeloopen, wo wir schon um halb elf ankommen. Schnell noch 50 Liter Diesel nachgetankt, Boot aufgeklart und ab nach Hause, wo auch noch Arbeit auf uns wartet.
Zurück in Ennepetal musste ich mich dann heute an die Umplanung der ersten beiden Etappen machen, weil Markus aus familiären Gründen die Teilnahme an der zweiten Etappe absagen musste. Stattdessen springt nun Thomas Lemmen ein, den ich schon vor zwei Jahren von Bergen nach Trondheim mit auf meinem Lofotentörn hatte. Ein guter Mann, der prima zu uns passt.
Leider hat Thomas nur wenig Zeit, deshalb muss die zweite Etappe von Southampton nach Brest von zweieinhalb auf anderthalb Wochen zusammengedampft werden, was aber problemlos möglich sein sollte. In der Rubrik "Termine" gibt es ab sofort den neuen Plan...
Am Dienstagmorgen um 09:00 Uhr steht Kai, der Käufer der Baltic 37 "Christina" mit einem langen Sprinter-LKW vor der Tür, um die Berge von Ausrüstung bei mir abzuholen. Eine Dachkammer und einige Regale voll in der Garage werden schnell umgeräumt, danach schwitzen wir beide ganz ordentlich.
Ich bin sehr froh darüber, dass es uns tatsächlich gelungen ist, den Verkauf der "Christina" noch vor unserer Abreise komplett abzuwickeln. So leer habe ich meine Dachkammer und die Garagenregale seit fünf Jahren nicht mehr gesehen. Auch die Versicherung bei Pantaenius ist schon gekündigt und somit alles in bester Ordnung.
Herzliche Grüße
Kiki
25.05.26: Alle "Baustellen" abgeschlossen!
Das letzte Wochenende hatte für mich etwas geradezu Magisches:
Nach meinem Ausscheiden aus dem operativen Geschäft im März 2017 hatte ich über fünf Jahre Streit mit meinem Bruder und meinem Neffen, der erst im März 2022 durch den Verkauf meiner Anteile an meinen Neffen zumindest formell beigelegt werden konnte. Die in der Zwischenzeit entstandenen "Narben" brauchten allerdings bei allen Beteiligten sehr viel Zeit zum Heilen.
Ende 2025 gab es dann das erste angenehme Gespräch im Rahmen eines noch zu erledigenden Notartermins, über das wir uns glaube ich beide sehr gefreut haben. Am vergangenen Freitag war ich dann seit fast acht Jahren das erste Mal wieder in der Firma, um ein paar Dokumeznte für meinen Bruder abzugeben, der mir schon am Telefon sagte, dass er ziemlich unter Zeitdruck stehe und nur wenig Zeit fr mich hätte.
Statt eines kurzem Small Talk ergab sich dann ein längeres Gespräch, an dem auch sein Sohn teilnahm. Was für ein Unterschied; zum ersten Mal seit vielen Jahren fühlte es sich zwischen uns wieder wie eine Familie an. Diesen Eindruck hatte nicht nur ich, auch mein Bruder und mein Neffe haben die emotionale Nähe zwischen uns offenbar genossen und haben mir sogar dann mal das deutlich umgebaute Versandlager gezeigt und mir von ihren Plänen für die Zukunft erzählt.
Ich gebe gern zu, dass mich die von meinem Neffen erdachten Neuerungen sehr positiv beeindruct haben. Toll, was die beiden in den letzten Jahren bewegt haben!
Ansonsten haben Nici und ich weite Teile des Wochenende zum Putzen meines Hauses genutzt, hier ist jetzt auch fast alles für die für den 03. Juni geplante Übergabe an meinen "Haus-Sitter" vorbereitet. Im Wesentlichen muss nur noch der Eingangsbereich, das Schlafzimmer und ein Bad gründlich geputzt werden.
Heute bekam ich eine WhatsApp von einem Bekannten, der sich am Nachmittag das Boot in Kappeln nochmal angeschaut hat. "Es tut mir leid für die anderen Interessenten, aber ich kaufe Dir das Boot zum vereinbarten Preis ab". Einen Kaufvertragsentwurf hatte ich ihm und auch den anderen Interessenten schon am Freitag geschickt. Sogar das Zubehör vom Boot, das bei mir zu Hause eingelagert ist, holt er noch vor unserer Abreise zur Weltumsegelung ab.
Jetzt bin ich wirklich total happy, damit sind alle "Baustellen", die mich zum Teil über Jahre belastet haben abgeschlossen und ich kann unsere Reise, die das Abenteuer meines Lebens werden wird nun hoffentlich in vollen Zügen genießen...






































































































